Das Mittelalter und die Renaissance
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Das älteste mittelalterliche Dokument, das sich mit dem Ledrotal befaßt, ist das Testament des Noterius, Fürstbischof von Verona, im Jahre 928; in dieser Schrift erklärt der Bischof, in Judikarien und in Tilarno (Tiarno) Besitzungen zu haben. 1027 wurde das Ledrotal der Herrschaft Trient zugeschlagen, die vom Salierkaiser Konrad II, dem Bischof von Trient, Udalrico II, dem ,Huldreichen’, geschenkt worden war. Dem Tal gelang es aber, von den Lehnsherrschaften unabhängig zu bleiben. Die bischöflichen Dokumente zu jener Zeit nannten unser Tal „Republik von Ledro"; später finden wir die offizielle Bezeichnung „Comune Generale"(umfassende Kommune). Die anhaltende Liebe zur Freiheit war auch in den folgenden Jahrhunderten lebendig: keine Spuren von Burgen sind auf den Talhängen zu finden. Auf das Jahr 1323 geht die heftige Streitsache mit dem Bischof von Trient um die jährlichen Abgaben zurück. 1348 wurde das Tal, zusammen mit Riva und Tenno, an den Scaligerfürsten Mastino II. abgetreten. Danach wurde es verhängnisvoll in den Kampf zwischen Scaligern und Visconti verwickelt. Der Fürstbischof von Trient kaufte 1404 das Ledrotal frei, aber ein paar Jahre später wurde es zuerst von dem Grafen von Tirol, dann von den Visconti und 1426 schließlich von Venedig (der Serenissima) besetzt. Deswegen war das Ledrotal oft Schauplatz von Kriegen zwischen den Venezianern und den Visconti. Es ist aus dem Jahre 1438 die berühmte Schlacht in dem „Valle dei Morti" überliefert, bei der die Truppen von Piccinino, dem Feldherrn der Visconti, von Sanseverino, dem Feldherrn der Venezianer, niedergemetzelt wurden. Das Zeitalter unter Venezianischer Herrschaft (1426-1509) war blühend: Die Handelbeziehungen waren positiv und stark; das Ledrotal bekam Vorrechte und Steuerbefreiungen von den Dogen und erfuhr deshalb auch eine bedeutende Zunahme des Handwerks. 1509 kam das Tal nochmal unter tridentiner Herrschaft. Für ungefähr zwei Jahrhunderte genoß es ein ruhiges Leben. 1535 wurden die ersten Statuten und Ordnungen der „Comune Generale" veröffentlicht. Während des Spanischen Erbfolgekrieges wütete im Ledrotal eine Kolonne Franzosen unter der Führung des Generals Vendôme: Alle Dörfer wurden geplündert und in Brand gesteckt.