| Valle di Ledro und der Weltkrieg 1914-18 |
|
Während des ersten Weltkriegs gehörte das Ledrotal zu jener Frontstrecke, die die Österreicher den 3. Rajon (Süd-Tirol) Untersektor des Judikarien angegliedert hatten.Der Krieg in diesem Gebiet wurde von österreichischer Seite durch die grossen Bemühungen für die Herstellung einer starken Schutzlinie geprägt. Man baute starke Militäranlagen, um das Judikarien-Tal zu verteidigen und zu sperren, und man umzog die Umgebung von Riva del Garda mit Schützgräben. Das Ledrotal, das somit Frontgebiet geworden war, wurde gegen Ende Mai 1915 ganz evakuiert. Die von der Heimat vertriebene Bevölkerung wurde in die zentralen Regionen des habsburgischen Reiches, und zwar nach Böhmen und Mähren gebracht. Diese Massenflucht betraf tausende Familien (ca. 70.000 Personen), die an der trentinischen Grenze wohnten. Sie mußten über drei Jahre lang weit weg von ihrer Heimat, ihren Betrieben und Häusern wohnen und zahlreiche Schwierigkeiten bestehen. Aber schon vor diesem Exodus waren im Ledrotal sowie im Rest von Trentino viele Leute verhaftet worden, weil sie im Verdacht standen, für Italien zu ergreifen. Sie wurden zunächst in den Gefängnissen von Riva del Garda eingesperrt und danach in dem Lager von Katzenau bei Linz untergebracht. Der Krieg zerstörte das Ledro- und das Concei-Tal völlig. Von den Dörfern waren nur noch Trümmer übrig geblieben. Bezzecca und die anderen Ortschaften des Tales waren mehrmals bombardiert worden. |
|