Der erste Weltkrieg und dieWeltwirtschaftskrise
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Während des Ersten Weltkrieges wurden die Schmieden geschlossen, da die meisten Männer an die Front mußten. Der Rest der Bevölkerung wurde nach Österreich und Böhmen evakuiert. Dem österreichischen Heer mangelte es deshalb an Schuhnägeln. Dank der Vermittlung des Pfarrers von Molina, Gerolamo Viviani (auch nach Böhmen evakuiert), wurde Wien für die Wiederinbetriebnahme der Nagelherstellung gewonnen. Die erfahrenen Handwerker des Ledrotales waren aber an der Front. Die Regierung bewilligte die Rückkehr vieler Nägelschmiede von der Front und ließ in St. Pölten neue Schmiedefeuer in einfachen Hütten einrichten. Für viele Soldaten hatte so der Krieg ein Ende. Nach dem Krieg kamen die Ledrotäler in ihre halb zerstörten Dörfer zurück, und bald waren die Schmiedefeuer wieder in Betrieb. Die "Cooperativa broccami" von Molina und Prè sowie die Firma Casari nahmen ihre Tätigkeit wieder auf. Neue Märkte erschlossen sich. Neben den alten Kunden in den nördlichen Ländern waren jetzt auch die südlichen italienischen Regionen an Schuhnägeln interessiert. In den schwierigen Jahren der Nachkriegszeit machte sich diese harte Arbeit in viele Familien bezahlt. Die "Chiodaioli" waren von den frühen Morgenstunden bis nach Sonnenuntergang beschäftigt. Über den Amboß gebeugt, bearbeiteten sie durch präzise Hammerschläge die glühenden Eisenstücke und produzierten hunderte von Hackenägel. Es war hart verdientes Geld, das zusammen mit den wenigen Einnahmen der Landwirtschaft, die den älteren Leuten und den Frauen überlassen wurde, trotzdem kleine Ersparnisse für den Wiederaufbau der Dörfer ermöglichte. In den Jahren der Weltwirtschaftskrise war die Nagelherstellung praktisch die einzige Einnahmequelle im unteren Ledrotal, so daß sich auch die anderen Dörfer bemühten, Schmiedefeuer zu bauen und Schuhnägel zu produzieren.