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Die Kirche von Santa Lucia in Pratis in Bezzecca
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Diese kleine Kirche liegt auf den Wiesen zwischen Bezzecca und Tiarno di Sotto. Das Gebäude ist durch einen schönen reinen volkstümlichen gotischen Stil geprägt und reicht in das 15. Jahrhundert zurück.
Die Vorderseite hat drei geometrische Fenster und ein am oberen Giebelfeld von einem kleinen Steinengel gekröntes Granitportal. Sehenswert ist die seitliche Nische mit dem Fresko einer Madonna mit dem Heiligen Kind, das leider durch die Witterung im Laufe der Jahrhunderte seine Farben verloren hat, und der kleine ziegelrote Glockenturm, der sich mit den weissen Aussenseiten durch eine einzigartige und sehr angenehme Farbwirkung auszeichnet.
Die Kirche besteht aus einem einzigen Schiff mit drei gotischen Gewölben; nur die rechte Seite weist einen romanischen Rundbogen über einer nicht sehr tiefen Nische auf. Fast die ganze Fläche der inneren Wände zeigt einen Kalkverputz, dessen tiefste Schichte wahrscheinlich aus dem Jahr 1633 sind, als der Fürstbischof Madruzzo anläßlich seines Besuches im Ledrotal aus unbekannten Gründen anordnete, das früher ganz mit Fresken ausgemalte Innere der Kirche mit weißem Kalkmörtel neu zu verputzen und das Kruzifix an der Eingangstür einzuäschern. Heute sind nur noch drei Fresken zu sehen. Obwohl sie sehr verblaßt sind, kann man noch den Einfluß der grossen toskanischen Schulen des 14. Jahrhunderts klar erkennen.
Sehr wahrscheinlich wurden sie von Wanderkünstlern bemalt, wie es zu jener Zeit üblich war. Über den Fresken sind auch ein paar interessante Graffito-Fragmente zu erkennen; eins davon ist aus dem Jahr 1432 und berichtet über die Enthauptung des Grafen Carmagnola in Venedig. Erwähnenswert schließlich ist auch die besondere gute Akustik der Kirche. Die Klangwiedergabe ist, auch dank der geringen Möblierung (in der Kirche sind nur wenige Bänke), rein und recht eindrucksvoll.
Zu jener Zeit war der polyphone, vielstimmige flämische Gesang vorherrschend. Dieser Raum war aber auch für die späte gregorianische Gesangkunst mit ihren Hymnen gut geeignet, bei denen es mehr auf die Betonung als auf das Stimmvolumen ankommt. Wenn Sie schon nicht zu singen wagen, so versuchen Sie doch wenigstens einmal, durch die Fenstergitter ein paar Tüne in das Kirchlein hineinzuwerfen, der Widerhall wird Sie angenehm beeindrucken.
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