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Die Flora

Wie wir schon erwähnt haben, liegt das Ledrotal wie eine ca. 700 Meter überhöhte Brücke zwischen dem Gardasee (65. M. ü.d.M.) und dem Idrosee (368 M. ü.d.M.). Deswegen kommt man hier von einem fast mediterranen Klima zu einem typischen Alpenklima. Diese Besonderheit hat eine einzigartige, vielfaltige Pflanzenwelt in der Talsohle und auf den Bergabhängen entstehen lassen.

Das Klima ist natürlich nicht überall gleich, es hängt stark von der Höhe, der Ausrichtung und der Sonneneinstrahlung ab. Wir können aber grundsätzlich vier klimatische Zonen unterscheiden: die erste umfaßt das östliche Ende des Tales bis zu 600 Meter Höhe, wo das Tal zwischen tief eingeschnittenen Felsen eingebettet ist und das Klima vom Gardasee beeinflußt wird; hier baut man sogar Wein an und die durchschnittliche jährliche Temperatur liegt bei 15º Grad Celcius.
Die zweite klimatische Zone erstreckt sich über das Gebiet von Molina bis nach Bezzecca. Hier ist das Tal mit dem blaugrünen Ledrosee offener und wesentlich breiter und die durchschnittliche Temperatur liegt zwischen 8 und 9 Grad Celcius.
Die dritte Zone betrifft die Dörfer des Concei-Tales, Tiarno und das Ampola Tal und hat ein etwas rauheres Klima mit einer durchschnittlichen Temperatur von 7 Grad. In der vierten Zone, schließlich, befindet sich das Gebirge von 1550 bis 2250 Meter ü.d.M.. Hier haben wir ein kaltes Höheklima mit einer durchschnittlichen Temperatur von 4-5ºC und einem ziemlich grossen Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht sowie zwischen Sommer und Winter.

Was die Winde betrifft, ist das Valle di Ledro durch die vielen Berge gut geschützt, zwischen ihnen zirkulieren schwache Binnenbrisen. Auf den hohen Bergen liegt Schnee von November bis April und ab Dezember normalerweise drei Monate lang auch im Tal.
In der östlichen Zone kommen reichlich mediterrane Pflanzen vor (z.B. Steineiche und Mäusedorn) und auf den Bergabhängen auf Felsen wachsende Alpenblumen (z.B. Steinbrech und Edelweiß). Im Laufe der Eiszeiten haben die Gletscher unsere Berge nicht ganz bedeckt, die höchsten eisfreien Gipfel waren somit ein natürliches Schutzgebiet für Pflanzen und Tiere, die sich danach nur in bestimmten begrenzten Gebieten ausgebreitet haben. Solche Tier- und Pflanzenarten, die sogenannten endemischen Arten, die in das Tertiär (Känozoikum) zurückreichen, sind heute sehr selten (so z.B. das Riedgras Carex baldensis mit den weissen schönen Ähren, die Schlüsselblumen Primula auricola und spectabilis, der Steinbrech Saxifraga tombeanensis, das Leimkraut Silene elisabethae und das Veilchen Viola dubyana). Viele von diesen Pflanzen wachsen auf den felsigen Bergspitzen und auf den Bergweiden gemischt mit den vorherrschenden Gräsern.
Weitere Informationen über die Flora und Alpenblumen können Sie auch beim "Settimane Natura"Wanderprogramm bekommen.

Unsere Almen befinden sich unterhalb der Naturwiesen (2100 Meter ü.d.M.) und erstrecken sich auf entwaldeten Flächen bis auf eine Höhe von 1800 Metern. Mischwald bedeckt 75% des ganzen Ledro-Gebietes. Meistens handelt es sich um Nadelbäume wie Fichten, Lärchen, Weisstannen, gemeine und schwarze Kiefer und Latschenkiefer. Dazu kommen verschiedene Laubbäume vor: Rot- und Weissbuche, Blumen-Esche, Trauben-Eiche, Rüster, Ahorn, Weichhaarige Eiche, gemeine Hasel u.a. Im Unterholz gibt es fast überall Heidekraut und Farnkraut, Pilze, Waldbeeren und an besonders sonnigen Orten sogar Ginster. Auch wilde Fruchtbäume kommen vor, so zum Beispiel der Nußbaum, auf den wir oft in der Nähe von Heustadeln und auf den Talsterrassen treffen.

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